Freitag, 4. September 2009

Alpencross Tag 7: Rif. Graffer - Riva


Der letzte Tag sollte eigentlich nicht mehr so dolle werden. Doch als wir aus dem Fenster sahen, war die Stimmung etwas gedrückt. Wir bekommen die Dolomiten also nicht in ihrer vollsten Schönheit zu Gesicht. Ok, dann eben nicht - ab ins Tal. Unterwegs wurden wir richtig eingeseift. Doch je näher wir gen Süden bzw. ins Tal kamen, desto wärmer wurde der Wind und auch der Regen hörte bald auf. In Pez machten wir sogar bei Sonnenschein und gefühlten 30Grad eine Mittagspause, bevor es zum letzten "großen" Anstieg, dem Passo Duron ging. Die Regenwolken verfolgten uns. Dem Pass hinauf fing es wieder an zu tröpfeln, doch das war mir an der Stelle nun egal. Ich zog mich so kurz vor dem Ziel nicht nochmal um, außerdem war es nicht kalt, sondern nur nass. Genau als wir den Pass erreichten donnerste es im Tal hinter uns. Juhuuuu! Da hinten kann es ruhig gewittern, wir sind jetzt "übern Berg"! Wir rollten dem Pass hinab, feierten uns am kleinen und letzten Pass, dem Passo del Ballino. Wir hatten ein Grinsen im Gesicht... Als ich den Tenno See sah, wir ich irgendwie schon wie angekommen. Der Rest fuhr sich wie der Hometrail. Der Anstieg nach Campi war ein Klacks und die Abfahrt von Campi nach Riva war wie immer super. Zwar verpasste ich mal wieder die Kapelle, aber das war nicht so schlimm. Im Hafen angekommen gabs ein Zielfoto und vor allem das lang ersehnte Nutella Eis!
Angekommen sind wir zwar, aber noch nicht wirklich da. Denn nun kam das Problem eine Unterkunft zu finden und ein Ticket für die Rückfahrt zu holen. Letzteres war nicht schwer, denn die Tickets ab Rovereto gibts auch am Busbahnhof von Riva. Anders mit der Übernachtung. Mit dem Kletterwettkampf in Arco und wer weiß was noch in Torbole waren die meisten Hotels komplett überfüllt. Im Hotelauszug der Touriinfo fand ich das Hotel in Varone, in welchem wir mit Biker&Boarder im Frühjahr waren. Ich rief an und konnte uns gleich ein Zimmer reservieren (nachdem wir quer durch die Stadt sind um andere Hotels zu finden). Abends ging es dann wieder an den Hafen um bei einem Glas Wein und ner ordentlichen Pizza die Ankunft zu feiern.

Donnerstag, 3. September 2009

Alpencross Tag 6: Revo - Rif. Graffer

Die letzte Hüttenübernachtung stand bevor. Über Malé, Malga Mondifra fuhren wir zum Rifugio Graffer hinauf. Zwar waren es vergleichbare Höhenmeter wie zur Naturnser Alm, vom Umfeld her gab es jedoch viel mehr zu entdecken. Es war irgendwie abwechslungsreicher. Der letzte Ansteig unter der Gondel zum Rifugio waren "Sacksteil" wie man so schön sagt. Oben angekommen gerüßten uns zwei riesige Bernhardiner. Leider hab ich sie nicht fotografiert, aber ich hätte die Kuschelhunde am liebsten mit nach Hause genommen ;-) Das Abendbrot war super, 3 Gänge auf einer Hütte - das war Luxus pur! Soviel kann ich sonst gar nicht sagen, außer dass noch 2 weiter bike Gruppen dort waren.

Mittwoch, 2. September 2009

Alpencross Tag 5: St. Pankraz - Revo


Die 5te Etappe führte uns über den Zoggler Stausee zur Spitzenalm. Am Tag zuvor verließen mich die Kräfte (wie vorausgeahnt) und nun bekam ich massive Sitzprobleme. Schotterweg bergauf - also stupides hochkurbeln... Ich hatte solche Schmerzen, da half auch keine Gesäßcreme mehr. Doch es gab einen Lichtblick. Ich wusste, dass es ab der Spitzenalm trailig weiter ging - eine Wohltat, wenn man den allerwertesten auch mal entlasten kann. Witzig war, dass wir auf der Alm wieder wie Aliens betrachtet wurden, achja und als man das "Schmalkalden" auf meiner Vereinsweste gelesen wurde, da waren wir dann die Oberhofer Biathletinnen... ;-) Wie gesagt, es ging trailig weiter. Ein bissl schieben leider auch, aber bis zur Gampenalm war es im Ganzen ein schönes flowiges Fahren. Irgendwann ging es in einen Hang hinauf, der so eng war, dass man kaum neben dem Fahrrad laufen konnte. Irgendwo hier habe ich Christin aus den Augen verloren. Auf mein Rufen kam keine Antwort. Auf dem "Gipfel" wartete keine Christin, sodass ich dem Pfad weiter bergab folgte. Doch Christin war verschollen - weder in Ruf noch in Sichtweite. Der Trail wurde immer unwegsamer und der Hang immer steiler, so probierte Christin anzurufen - vergeblich. Ich begann an mir zu zweifeln - ging wirklich kein Weg ab? Bin ich noch richtig? Endlich sah ich weiter entfernt eine Alm, wenigstens eine Anlaufstelle sozusagen. Doch dann irgendwann zwischen ein paar Büschen sah ich etwas rotes - Christin war wieder da und saß auf der Wiese, aß genüsslich einen Apfel. Ich wusste nicht ob ich nach meiner kleinen Panikatacke schreien oder lachen sollte. Ich entschied mich für letzteres (wollte ja die Tiere des Waldes nicht stören...). Wieder vereint fuhren wir weiter Richtung Revo. Als wir auf die Straße kamen, entschieden wir uns eine Pension zu nehmen, die noch nicht im Tal ist, sondern etwas uriger weiter in den Bergen. Zwar waren die Leute sehr nett, aber es war schon etwas gruselig, da dort alles wie ausgestorben war trotz das es noch 2 weitere Gäste gab.

Dienstag, 1. September 2009

Alpencross Tag 4: Stettiner Hütte - St. Pankraz

Am nächsten Morgen gab es ein herrliches Panorama in knapp 2900m Höhe, doch die ganze Zeit freuten wir uns schon auf die über 2300hm Abfahrt vom Eisjöchl ins Schnalstal, welche von Ulrich Stanciu wie folgt beschrieben wird: "Der Pfad ist trotz der kleinen Felsstufen und Serpentinen nie so schwer, dass ein mittelguter Fahrer ihn nicht mit Spaß bewältigen würde..."! Und so war es auch. Dies bezieht sich zwar nur auf die ersten 1000hm (wie das klingt...) denn der Rest ist normaler Schotterweg bzw. Asphaltstraße, aber die Beschreibung passt. Ich sag nur soviel: Wir waren so im Abfahrtsrausch, dass wir keine Lust hatten unterwegs Fotos zu machen - wir haben einfach mal die Abfahrt genossen ;-) Ab dem Eishof wurde die Abfahrt unspektakulär. Eine Kuh wollte uns zwar auf die Hörner nehmen und eine Menge Wanderer kamen aus dem Schnalstal hinauf, die uns nicht alle wohl gesonnen waren. Beispielsweise war einer dabei, der hatte Stöcke und marschierte damit NEBEN seiner Frau und mit dem Kopf auf den Boden gerichtet dem Schotterweg hinauf. Christin fuhr vorneweg und rief schon Meter vorher, wir fuhren auch nicht schneller als ein Rollstuhlfahrer den Inselsberg hinauffahren könnte. Doch der Wanderer wollte(?) uns nicht hören. Als wir auf 2m ran waren sprang er zur Seite und fauchte "Eine Klingel kostet 30cent!" Ich antwortete daraufhin: "Augen auf geht kostenlos!" So ein Kunde! Aber wir hatten so eine schöne Abfahrt hinter uns, das der uns nicht im geringsten ärgern konnte! Nach 2h Abfahrt füllten wir unsere Essensvorräte für die Naturnser Alm auf. An dem Tag bin ich echt krachen gegangen. Die Forststraße zur Naturnser Alm hinauf ist ja nun wirklich nicht steil, aber ich war so grau, das ich kaum noch 1km fahren konnte ohne eine Pause zu machen. Oben angekommen gings dann aber wieder ganz gut. Was ein italienischer Capuchino und ein Stück Kuchen alles bewirken kann... Der Trail nach der Naturnser Alm in Richtung Bozen war schon schön - gespickt mit kleinen Gegenanstiegen bekam ich wieder Lust und Kraft zum biken. Doch bevor es in Richtung Bozen ging bogen wir rechts ab, in das Ultental nach St. Pankraz wo wir uns ein Hotel suchten. Dieses Dorf war der Hammer - jeder kennt jeden. In der einzigsten Pizzaria des Dorfes servierte der Koch persönlich einen Saft und wünschte uns weiterhin eine gute Fahrt. Am nächsten Morgen saß er vor unserem Hotel und frühstückte. Hm, gut, das klingt vielleicht nicht sehr spannend. Aber dort sehen auch alle gleich aus und... ähhhm... mehr Infos lieber nur persönlich ;-)

Montag, 31. August 2009

Alpencross Tag 3: Schneeberghütte - Stettiner Hütte

Nach meiner ersten Hüttenübernachtung im Hüttenschlafsack stand heute -von den Höhenmetern gesehen- unsere Königsetappe an. Wir holten unsere Räder aus dem Bunker und machten uns zusammen mit einem weiteren Biker startklar. Dieser hatte wohl ein Problem mit dem Bremsen, was aber keins war. Und wir ersparten ihm den Gang in ein Radgeschäft (mehr sag ich an dieser Stelle nicht). In der Abfahrt haben wir uns dann getrennt, da wir mal wieder zu viel angezogen hatten und einen kurzen "Entkleidungsstop" einlegen mussten. Die Abfahrt war super, bis wir auf Asphalt kamen :-) Aber selbst dann machte es wegen der hohen Geschwindigkeit trotzdem noch Spaß! Wir fuhren durch Rabenstein (ich erinnerte mich an das Heavy 24h Rennen...) nach Moos in Passeier. Von dort an ging es wieder langsam bergauf in Richtung Pfelders, zur Lazinsalm. Dort trafen wir beim Mittagessen sogar Leute aus der Heimat, d.h. aus meiner Heimat ;-) Unsere Tischnachbarn konnten es nicht fassen, dass wir zu zweit über die Alpen radeln. "...So ganz allein, zwei Mädels? Nur mit Karte, kein GPS? Was macht ihr denn wenn ihr nen Defekt habt?" - Nach Aufklärungsarbeit, dass wir zwar Mädels sind aber trotzdem einen Platten reparieren können und auch sonst alles passieren dürfte bis auf nen Rahmenbruch, weil wir Werkzeug und Ersatzteile dabei haben, sollten wir die Fahnen der starken deutschen Frauen hoch halten [...]. Nach leckerem Kaiserschmarrn bzw. leckerer italienischer Pasta machten wir uns an die 1000hm Schiebepassage - auf zum Eisjöchl! Der erste Teil war bergab vielleicht fahrbar - ohne Vorbelastung und 7-8kg Rucksack vielleicht auch bergauf, aber wir quatschten lieber und schoben genüsslich den Berg hinauf. Zwischendrinn konnten wir auch so mal fahren, vorrausgesetzt der 1m breite Wegstreifen und der Abhang auf der rechten Seite, welcher einen Abrutsch von bestimmt 200hm am Stück bringt (Tendenz natürlich steigend), stört nicht... Anschließend ging es im richtig steilem Zick-Zack mit riesigen Felsstufen auf eine - ich nenns jetzt mal - Hochebene. Dort kann man auch hin und wieder mal ein paar Meter fahren. Irgendwann dachten wir dass wir bald oben sind, doch als wir um eine Kurve kamen und die Stettiner Hütte geschätzte 400m höher zum ersten Mal vor die Augen bekamen waren alle Hoffnungen dahin. Allerdings ging dieses letzte Stück gefühlt viel besser und schneller als gedacht. Oben angekommen gabs erstmal einen Bergschnapps von ein paar Südtiroler Jungs, mit denen und noch einem Pärchen wir uns zwar das Lager teilten, aber von niemanden was mit bekamen, da die anderen echt sehr leise waren! Aber erstmal noch eine lustige Sache, damit wir in der zeitlichen Reihenfolge bleiben: Christin fragte in der Hütte nach einer Unterstellmöglichkeit für unsere Räder - es hieß "unten in dem Raum wo die Tür offen ist". Gut, den Raum wo die Tür offen ist meinten wir schon gesehen zu haben. Doch als wir da hinein guckten stellten wir fest dass dort die Kläranlage sein musste und das "Kack-Auffang-Becken" quoll mehr als über. Räder hier rein? Ich konnt nicht mehr vor Lachen und wir haben erstmal alles was Geruch annehmen könnte (Trinkflasche, Kartenhalter, Satteltasche...) abmontiert. Das ging bei mir recht schnell und ich hab mein Rad schweren Herzens neben den Kackhaufen gestellt. Als ich wieder raus kam bemerkte ich schon die alten Männer auf der Terasse die uns grinsend beobachteten. Es wurden immer mehr Zuschauer und das Gelächter wurde größer. Auf dem Weg nach oben sahen wir eine Garage mit TÜR OFFEN, direkt unter der Gaststätte - da fiel bei uns der Groschen. Schnell und laut lachend befreiten wir unsere Räder aus dem übel riechenden Kackraum und brachten sie in den Heizungskeller... wo sie auch hin gehörten...

Sonntag, 30. August 2009

Alpencross Tag 2: Stange - Schneeberghütte


Gut erholt und richtig luxuriös gefrühstückt starteten wir gen Schneeberg. Die Chefin des Hotels hat uns noch einen schönen Radweg entlang der Eisack empfohlen, als Gegenleistung sollen wir die Berge von ihr grüßen ;-) An diesem Tag hatten wir eigentlich nur einen Aufstieg. Die ersten ca. 500hm zum Bergbaumuseum nach Maiern verliefen bis auf einen Trail den wir im Nachhinein nicht noch einmal fahren würden (kostete mehr Kraft als gedacht...) unspektakulär. Dann ging es über eine Forststraße, ca. 700 fahrbare Höhenmeter zur Moarerbergalm.
Dort gab es für den finalen Anstieg von 500hm Schiebepassage eine ordentliche Portion Nudeln. Anschließend schlängelten wir uns schiebend/tragen oder stoßend wie die Schweizer sagen würden zur Schneebergscharte. Der Aufstieg wurde mit zunehmend weiterer Aussicht, totaler Ruhe und Murmeltieren belohnt. Kurz vor der Scharte gab es sogar noch eine Schafsherde (dank Glocken nicht zu überhören...). Auf der Schneebergscharte an sich genossen wir für einige Minuten die Aussicht. Wir konnten bis in die Dolomiten sehen - es war echt das allerbeste Wetter! Wahnsinn - mitten auf einem Kamm in 2600m Höhe mit dem Fahrrad zu sitzen - links und rechts von uns ging es in die Tiefe. Am liebsten wären wir dort geblieben, aber ein Stück in die andere Talseite mussten wir dennoch um in der Schneeberghütte zu übernachten. Übrigens wird die Schneeberghütte per Hubschrauber versorgt, was nicht ganz unüblich für solche Hütten ist. Dennoch gab es warmes Wasser und super leckeres Essen!

Samstag, 29. August 2009

Alpencross Tag 1: Steinach a. Br. - Stange

In 7 Tagen habe ich mir vorgenommen mit Chrsitn die Route "Himmelsfahrt" aus dem Buch "Traumtouren Transalp" von Ulrich Stanciu zu fahren. Ja, wir haben unser Gepäck alles im Rucksack und ja, wir fahren mit einem Hardtail über die Alpen... ;-)

Nachdem wir Christins Auto unter der Europabrücke geparkt haben, zogen wir uns allmählich an. Wir hatten eigentlich gutes bestellt und wollten bei dem vorherrschenden Regen einfach nicht starten. Doch so langsam bekam Petrus mit, das wir nun losfahren wollten und sorgte - zumindest von oben - für Trockenheit. Gegen 11Uhr starteten wir also unseren Alpencross. Am ersten Tag fuhren wir über die Sattelalm zur Brenner Grenzkammstraße. Kurz nach der Sattelalm jedoch, war der Forstweg gesperrt und wir entschieden uns den "Mountainbike-Schiebeweg" zu nehmen. Irgendwie fanden wir im totalen Nebel trotzdem den Weg zum Brennergrenzkamm, wenn auch mit 90% Schieben :-( Im Nachhinein erfuhren wir, dass genau auf diesem Forstweg immer der böse Bauer mit Mistgabel und Hund auf die MTBiker wartet um sie zu bedrohen etc. (zwar hatten wir von dem schonmal gehört, aber dass unsere Route durch sein Grundstück führen sollte, wussten wir halt nicht).
Auf der Brennergrenzkammstraße angekommen wurde es ziemlich gruselig. Aus dem Nebel tauchten nach der ein oder anderen Kurve alte Bunker auf. "Blairwitch Project- Feeling" total, denn es war dort oben auf 2000m Höhe auch sehr ruhig. Die einzigen Lebewesen denen wir begegneten waren Murmeltiere, die uns bis zu 2m an sich heran ließen. Kurz vor unserer Abfahrt in Richtung Gossensass, war der Nebel so weit aufgelöst, das wir eine Radgruppe, welche wir in der Sattelalm getroffen hatten, vor uns in der Abfahrt sahen. Von Gossensass sollte es für die erste Übernachtung bis nach Sterzing gehen. Sterzing war uns aber zu überlaufen, sodass wir ein Stückchen weiter fuhren, bis wir endlich in "Stange" ein Hotel gefunden haben. Hotel deswegen, damit wir auch noch Abendbrot bekommen. Auf den Dörfern ist dies nämlich nicht immer so einfach ;-) Zwar sprengte die erste Übernachtung sozusagen unser Budget, aber die Leute im Hotel Ratschingerhof waren super freundlich und es war (im Gegensatz zur Konkurrenz auf der anderen Straßenseite) sogar möglich, das wir am Abendessen teilnehmen durften... Wow - 5 Gänge - ich glaub das bleibt für die kommende Woche einmalig...!

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